Blaulichtfahrten

Informationen bezüglich Alarmfahrten und Ruhestörung

 

Es ist verständlich, dass Alarmfahrten mit Blaulicht und Signalhorn in der Nacht auf die Bevölkerung störend wirken können. Das Gesetz (Merkblatt des Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation - UVEK) schreibt aber klar vor:

 

·         Fahrweise auf dringlichen Einsatzfahrten

·         Der Führer eines vortrittsberechtigten Fahrzeuges muss Blaulicht und Wechselklanghorn frühzeitig einschalten. Die übrigen Strassenbenützer müssen rechtzeitig gewarnt werden und genügend Zeit haben, dem vortrittsberechtigten Fahrzeug Platz zu machen...

·         Nachts darf auf das Wechselklanghorn verzichtet werden.

·         Solange nur das Blaulicht eingeschaltet ist, besteht kein besonderes Vortrittsrecht.

·         Muss das besondere Vortrittsrecht beansprucht werden, so wird auch Nachts das Blaulicht mit Wechselklanghorn

·         eingeschaltet.

 

Wir versuchen das Blaulicht und Signalhorn zurückhaltend einzusetzen - das heisst, nur bei dringenden Einsatzfahrten:

 

·         Als dringlich gelten Fahrten im Ernstfall, sogenannte Notfallfahrten, bei denen es auf den möglichst raschen Einsatz der Feuerwehr, der Sanität oder der Polizei ankommt, um Menschenleben zu retten, eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung abzuwenden, um bedeutende Sachwerte zu erhalten oder um flüchtige Personen zu verfolgen. Der Begriff der Dringlichkeit ist eng auszulegen.

 

Die Erfahrung zeigt, dass andere Fahrzeuglenker häufig unberechenbar auf Blaulicht und Signalhorn reagieren. Der Fahrer des Feuerwehrfahrzeuges wird persönlich zur Rechenschaft gezogen, wenn er ohne Blaulicht und Signalhorn in einen Unfall verwickelt wird.

 

Dies ist keine willkürliche Regelung um die Bevölkerung zu ärgern. Ganz im Gegenteil: Es soll vor allem Sie als Verkehrsteilnehmer schützen. Die frühzeitige Ankündigung des Fahrzeugs soll jedem die Möglichkeit geben, rechtzeitig zu reagieren und so gefährliche Fahrmanöver oder gar Unfälle zu vermeiden. Das gilt während dem Tag ebenso wie während der Nacht, wenn scheinbar niemand unterwegs ist. Denn, rechnen Sie nachts um drei Uhr mit einem tonnenschweren Einsatzfahrzeug, das mit erhöhter Geschwindigkeit zu einem Unfall oder Brand unterwegs ist?

 

Vielleicht können Sie uns mehr Verständnis entgegenbringen, wenn Sie über folgendes nachdenken:

Sie können sich bequem im Bett wieder umdrehen und weiterschlafen. Die Feuerwehrleute, die bis vor wenigen Minuten auch noch in ihren Betten lagen, haben dazu vielleicht in den nächsten Stunden keine Gelegenheit mehr und müssen am nächsten Morgen genauso zur Arbeit, wie Sie auch. Und wenn Sie einmal die Hilfe der Feuerwehr brauchen, sind Sie sicherlich für einen schnellen Einsatz dankbar. In diesem Falle sind wir sicher, dass es für Sie kein Problem darstellt, wenn andere Leute durch den Einsatz geweckt wurden.

 

Verhalten als Autofahrer

 

Viele Autofahrer verhalten sich falsch, wenn im Rückspiegel plötzlich Blaulichter auftauchen. Die häufigste Fehlreaktion: das unvermittelte Abbremsen mitten auf der Fahrbahn. Damit riskieren Sie nicht nur einen Auffahrunfall mit anderen Fahrzeugen, sondern erreichen auch das Gegenteil vom Gewünschten: Sie behindern das Einsatzfahrzeug. Ebenso falsch ist: Unüberlegt rechts ranfahren, womöglich in eine Seitenstrasse. Denn woher wissen Sie, ob das Einsatzfahrzeug nicht genau hier abbiegen muss? Besser ist folgender Grundsatz:

 

·         Ruhe bewahren

·         Stellen Sie fest, woher das Einsatzsignal kommt.

·         Versuchen Sie vorauszusehen, wohin das Einsatzfahrzeug fährt (gesetzter Blinker?).

·         Geschwindigkeit reduzieren

·         Fahren Sie am besten rechts an den Fahrbahnrand und signalisieren Sie das mit gesetztem Blinker.

·         Überlegen Sie dabei, ob ein schweres Feuerwehrfahrzeug die Strasse immer noch passieren kann (Gegenverkehr beachten!).

·         Beachten Sie, dass weitere Fahrzeuge folgen könnten.

·         Auch bei entgegenkommenden Einsatzfahrzeugen an den Rand fahren.

·         Kein langsam fahrendes Einsatzfahrzeug überholen.

·         Auf der Autobahn gilt natürlich grundsätzlich immer sofort bei Stau: Bilden Sie eine Rettungsgasse! Auf zweispurigen Fahrbahnen in der Mitte, bei Autobahnen mit mehr Fahrspuren zwischen Überholstreifen (ganz links) und der daneben liegenden Fahrbahn.

 

Quelle: Feuerwehr Malters-Schachen